Frühstück nach Mitternacht

 

Autorin : Anne Perry
Verlag  : Heyne
ISBN   : 3-453-06121-7

 

Anne Perrys Spezialität sind spannende Kriminalromane, die im viktorianischen England spielen.
In ihren berühmten Thomas-Pitt-Krimis beschwört sie gekonnt die Atmosphäre Londons im späten 19. Jahrhundert herauf: das London der feinen Gesellschaft und der Armenhäuser, das London der Gaslatemen und des undurchdringlichen Nebels.
In Frühstück um Mitternacht gilt es zwei Morde gleichzeitig zu klären. Auf dem St. Mary's Friedhof in Bloomsbury macht eine ältere Dame einen grausigen Fund - den in Packpapier eingewickelten Oberkörper einer jungen Frau. Die organisierte Suche der Polizei fördert im Umkreis einer Meile die restlichen Leichenteile zu Tage, alle sorgfältig verpackt. Inspektor Thomas Pitt von Scotland Yard ist mit dem gräßlichen Fall betraut, aber es scheint aussichtslos, den barbarischen Mord, der in die Slums führt, zu klären.
Der andere Mord, der Pitt und seine Ehefrau Charlotte persönlich berührt, geschieht in den höchsten Kreisen der Londoner Gesellschaft: Charlottes Schwager George, Lord Ashworth, ist vergiftet worden. Seine herablassende Familie verdächtigt nur zu geme seine Ehefrau Emily - Charlottes Schwester, die weit "über ihren Stand" geheiratet hatte. Und da der gute George sich in den Tagen von seinem Tod auffallend intensiv um die schöne Lady Sybilla bemühte, scheint offensichtlich das Tatmotiv Eifersucht zu sein. Charlotte eilt Emily zur Hilfe.
Besonders erwähnenswert ist für mich die lebensnah beschriebene Doppelmoral, die, wie gerade dieses Buch schön aufzeigt, nicht von dem Lebensstandard eines Menschen abhängig ist. Vielmehr sind gute, wie schlechte Menschen überall vertreten. Wenn man in der damaligen Zeit auch sehr vorsichtig mit Verdacht gegen Bessergestellte umgehen mußte.
Ein sehr unterhaltsames und spannendes Buch mit Überraschungen.

 

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Erstellt am 05.01.2000